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  zu Kathrin Hanke
 

Zahnersatz

Unter Zahnersatz verstehen wir alle Maßnahmen, die dem Ersatz verloren gegangener Zähne im Mund dienen. Wir unterscheiden festsitzenden, herausnehmbaren und kombinierten (festsitzenden und herausnehmbaren) Ersatz.

Festsitzender Zahnersatz:

- Kronen

- Brücken

Herausnehmbarer Zahnersatz:

- Teilprothesen

- Totalprothesen

Kombinierter Zahnersatz:

- Geschiebearbeiten

- Teleskoparbeiten

Festsitzender Ersatz

 

Kronen:

Kronen nehmen hier eine besondere Stellung ein, da sie nicht dem unmittelbaren Ersatz von fehlenden Zähnen
dienen. Ein Zahn, der durch Karies einen großen Teil seiner Substanz verloren hat, ist oftmals nur durch eine
Krone wiederherzustellen. Kronen aus Metall (Goldlegierungen, jedoch auch aus Kostengründen zunehmend
so genannte edelmetallfreie Legierungen) finden eigentlich nur im Seitenzahnbereich Verwendung, sie sind bei
sehr guter Passform und hervorragender Mundhygiene von unbegrenzter Lebensdauer. Eine bessere Ästhetik
bieten Verblendkronen, hierbei handelt es sich um Metallkronen, die ganz oder teilweise mit Porzellan überzogen werden. Keramikverblendkronen stellen heute die weitaus häufigste Kronenart dar. Reine Porzellankronen  kann
man im Frontzahnbereich einsetzen, wenn es die Bissverhältnisse zulassen. Da sie nur aus Keramikmassen ohne Metallgerüst bestehen, sind sie in ihrer ästhetischen Wirkung nicht zu übertreffen.

Eine Krone umschließt einen Zahn häufig vollständig, das darf jedoch kein Grund sein, in diesem Bereich die Mundpflege zu vernachlässigen. Am Kronenrand kann trotzdem Karies entstehen.

Eine weitere Aufgabe der Krone ist es, Anker und Befestigungselement für den eigentlichen Zahnersatz zu sein,
für Konstruktion, die den fehlenden Zahn ersetzt.

Brücken:

Brücken sind heute die am häufigsten verwendete Methode fehlende Zähne zu ersetzen – eine keramikverblendete Brücke sieht aus wie ein natürliches Gebiss, nach kurzer Eingewöhnung empfindet der Patient die Brücke nicht
mehr als Fremdkörper, die Kaufunktion der natürlichen Zähne lässt sich perfekt wiederherstellen.

Eine Brücke besteht aus mindestens zwei Kronen und mindestens einem Brückenglied, dem Teil der Brücke, der
den fehlenden Zahn ersetzt. Häufig werden jedoch auch weit größere Brücken eingesetzt, jedoch entscheidet der Zustand des Gesamtgebisses und damit der Zahnarzt, welchen Umfang die Brückenversorgung haben darf: so sind Brücken denkbar mit sechs, sieben oder auch acht Kronen, aber auch im äußersten Fall mit 4 Kronen und 10 Brückengliedern zum festsitzenden Ersatz von 10 Zähnen.

Genau wie Kronen können Brücken nur aus Metall (Goldlegierungen oder edelmetallfreien Legierungen) sein, sie können teilverblendet werden, aber auch völlig mit Porzellan überzogen sein. Reine Porzellanbrücken kann man mittlerweile heute auch schon einsetzen, wegen der hohen Bruchgefahr jedoch nur zum Ersatz eine Zahnes.

Herausnehmbarer Ersatz

Teilprothesen:

Eine Teilprothese besteht aus einem Metallgerüst, meist einer Chrom-Kobalt-Legierung, zunehmend auch Titan,
in wenigen Fällen einmal Gold. Der Teil des Metallgerüstes, der die künstlichen Zähne trägt, wird mit zahnfleischfarbenem Kunststoff überzogen und liegt dem zahnlosen Kieferabschnitt auf. Mit Halteelementen
(Klammern und Auflagen) wird die Teilprothese an den Haltezähnen befestigt. Die Klammern sind an ihren Enden geringfügig elastisch und umgreifen die Haltezähne teilweise, mit den Auflagen wird ein Teil des Kaudrucks auf die Haltezähne übertragen. Wichtig ist, dass eine Teilprothese ruhig im Mund liegt, nicht hin und her wackeln kann und dass der Kaudruck gleichmäßig auf die Kieferabschnitte und die Haltezähne übertragen wird. Wiederkehrende Druckstellen können ein Hinweis auf eine schlecht sitzende Prothese sein, dieser schlechte Sitz wird langfristig
zu einem verstärkten Knochenabbau und weiterem Zahnverlust führen.

Bei einer gut sitzenden Prothese ist es ausgeschlossen, dass Schäden an den Haltezähnen entstehen. Patienten,
die diesen Verdacht haben, sollten den Sitz ihrer Prothese überprüfen lassen. Häufig stellt der Zahnarzt dann fest,
dass es im Bereich der Klammern auf den Zähnen starke Beläge gibt, die die Patienten bei der täglichen Reinigung übersehen. Eine gründliche Reinigung und Aufklärung hilft hier Schäden vermeiden. Alte Füllungen im Bereich der Klammern, abgesunkene Prothesen, deren Klammern den Zahnhals und das Zahnfleisch belasten: alles das sind Stellen, von denen Gefahren ausgehen können; jedoch möchte ich noch einmal wiederholen: bei einer gut sitzenden Teilprothese sind Schäden an den Haltezähnen durch Klammern nicht ausgeschlossen!

Totalprothesen:

Totalprothesen werden nötig, wenn keinerlei Zähne mehr vorhanden sind. Der Prothesenkörper besteht aus zahnfleischfarbenem Kunststoff, auf dem die Zähne aufgestellt sind. Bei schwierigen Bisssituationen kann es
notwendig sein, den Prothesenkörper aus Metall zu gestalten oder mit Metall zu verstärken, dabei verwendet
man dann je nach Notwendigkeit Titan, Chrom-Kobalt, Gold oder Zinn.

Das Problem der Totalprothesen ist der Halt, schließlich gibt es keine Möglichkeit, das „Gebiss“ irgendwie im Mund
zu befestigen. Der Sitz wird erzeugt durch einen Saugeffekt zwischen Kieferschleimhaut und Prothesenbasis, zum anderen durch ein perfektes Zusammenspiel von Zungen-, Lippen- und Wangenmuskulatur. Bei hohen, gut ausgebildeten Kieferknochen ist es relativ leicht, einen guten Sitz zu erzielen, es wird schwieriger, je flacher der
Kiefer wird und je geringer die Auflagefläche sein kann.

Keiner sollte von einer Vollprothese träumen, sie ist keinesfalls – wie einige Patienten glauben – der Idealzustand.
Es mag sicher zutreffen, wenn manche Prothesenträger behaupten, dass sie erst mit ihren „Dritten“ so richtig
glücklich sind. Man muss dabei ja berücksichtigen, dass jemand, der eine Vollprothese trägt, schon einiges durchgemacht hat mit den eigenen Zähnen, schließlich wurden die Zähne ja nicht sofort und grundlos gezogen.
Nur ist der erhoffte Idealzustand dann natürlich nicht vorhanden, und der Traum, nie mehr zum Zahnarzt zu müssen, zerplatzt spätestens bei der ersten schmerzhaften Druckstelle.

Wichtig ist, wie auch schon bei der Teilprothese, ein guter, schaukelfreier Sitz  und regelmäßige Besuch beim
Zahnarzt, mindestens einmal pro Jahr, damit Unstimmigkeiten, die vielleicht noch keine Beschwerden auslösen, rechtzeitig behoben werden. Und noch etwas: die Prothese gehört in den Mund und nicht ins Wasserglas, weder tagsüber noch nachts. Immer! Damit ich da aber nicht falsch verstanden werde: sie wird aus dem Mund genommen, gesäubert (mit Zahnbürste und Zahncreme) und wieder eingesetzt .  

Kombinierter Ersatz

Kombinierten Ersatz nennt man den Zahnersatz, der zum einen Teil aus Kronen und/oder Brücken, zum anderen
Teil aus einer Teilprothese besteht. Die Klammern, die bei der reinen Teilprothese häufig im sichtbaren Bereich
liegen, werden von vielen Patienten wohl zu Recht abgelehnt. Hinzu kommt, dass es bei manchen Zahnformen
sehr schwierig ist, die Klammern und Auflagen so anzupassen, dass der Haltezahn korrekt belastet und die umgebenden Gewebe entlastet werden. Manchmal sind auch die Haltezähne sehr stark mit Füllungen versorgt, benötigen schon aus diesem Grunde eine Krone. In all diesen Fällen bietet ein kombinierter Ersatz eine sehr gute Lösung.

Bei dieser Form des Zahnersatzes werden die Haltezähne oder Pfeilerzähne mit Kronen versorgt, Metallkronen
oder auch Verblendkronen. In diese Kronen arbeitet der Zahntechniker kleine, präzise Rillen und Fräsungen hinein,
in die später mit Hilfe von zierlichen Geschieben, Riegeln oder Druckknöpfen die Teilprothese eingesetzt werden
kann. Diese Rillen und Fräsungen befinden sich an verdeckten Stellen, sie sind nicht sichtbar, so dass kein Patient Angst haben muss, dass seine Mitmenschen sehen können, dass er Zahnersatz trägt. Als Pfeilerzähne kann man
alle Zähne verwenden, die eine ausreichend starke Wurzel haben, parodontosefrei und von ihrer Stabilität her
geeignet sind, die Belastung aufzufangen.

Eine Sonderform des kombinierten Ersatzes ist die Teleskop-Prothese. Bei diesem Ersatz wird der Pfeilerzahn
mit einer Metallhülse, der Innenkrone versorgt, während sich die Außenkrone in der Prothese befindet. Beim
Einsetzen gleitet die Außen- über die Innenkrone, bis sich eine Klemmwirkung aufgrund der exakt
übereinstimmenden Passform ergibt.

Kombinierter Zahnersatz ist für Zahnarzt und Zahntechniker die komplizierteste Form der Versorgung, es dauert
lange, verlangt eine ungeheure Präzision und ist deshalb auch relativ teuer. Man darf allerdings dabei die Vorteile dieser Versorgungsform nicht übersehen:

Das Aussehen ist hervorragend, es ist nicht als Zahnersatz zu erkennen.

Der Sitz ist perfekt die Schonung der Haltezähne ist optimal, der Druck lässt sich auf mehrere Zähne verteilen der
Ersatz bleibt auch bei klebrigen Speisen an seinem Platz, die Abzugskraft der Geschiebe lässt sich individuell einstellen Teleskop-Prothesen sind nahezu beliebig erweiterbar, in besonderen Fällen sogar bis zur Vollprothese.